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Kategorie: Ganzheitliche Berufskunde

 

Heilpraktiker*innen

Hintergrund/Kontext:

Der rechtliche Rahmen des Berufsstandes "Heilpraktiker/in"
Nach dem HP-Gesetz von 1939, das bis heute gültig ist, dürfen in Deutschland neben ÄrztInnen (damit sind auch Zahn- und Tierärzte gemeint) nur drei weitere Berufsgruppen die Heilkunde ausüben: HeilpraktikerInnen, Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen

Aktuell gibt es neben den "Voll"-Heilpraktikern, denen die Ausübung der Heilkunde uneingeschränkt erlaubt ist, zwei weitere Gruppen:

  1. Heilpraktiker mit eingeschränkter Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf den Bereich Psychotherapie
  2. Heilpraktiker mit eingeschränkter Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf den Bereich Physiotherapie

"Heilkunde ausüben" bedeutet in diesem Zusammenhang, Erkrankungen und Leiden zu erkennen, zu lindern und zu behandeln.
Anders gesagt: Heilpraktiker*innen diagnostizieren (=erkennen) Erkrankungen und therapieren (=lindern und behandeln) diese. Nicht-Heilkundler*innen dürfen genau das nicht: Diagnostizieren und therapieren.

Alle anderen medizinischen Berufsgruppen (z. B. PhysiotherapeutInnen) dürfen Erkrankungen nur "weisungsgebunden" behandeln, da sie nicht eigenverantwortlich diagnistizieren ("erkennen") dürfen.
 

Das bedeutet im Klartext: HP sind dem Gesetz nach Bestandteil der offiziellen medizinischen Landschaft mit einem hohen Verantwortungsradius.
Die Berufsbezeichnung zu tragen ist bindend, um HP zu werden, bedarf es einer zwei-bis dreijährigen intensiven medizinischen und therapeutischen Ausbildung. Erst die bestandene schriftliche und mündliche Überprüfung beim Gesundheitsamt berechtigt dann zur "Ausübung der Heilkunde".
Diese Prüfung hat eine Durchfallqute von 50 - 80% und sie zu bestehen bedeutet, ein medizinscher Profi geworden zu sein.

Die Inhalte heilpraktischer Arbeit

Die Berufsbezeichnung "HeilpraktikerIn" sagt leider gar nichts darüber aus, mit welchen Methoden gearbeitet wird. Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren sehr verändert: während vor 20 Jahren die meisten HP noch mit traditionellen Methoden wie Homöopathie, Chiropraktik und Pflanzenheilkunde arbeiteten, ist die Vielfalt der Methoden heute beinahe unüberschaubar.

HeilpraktikerInnen arbeiten naturheilkundlich, energetisch, psychotherapeutisch und beratend, je nachdem, welche Methoden sie gelernt haben - im Rahmen des "Voll-HP" gilt absolute Methodenfreiheit, während die Arbeit der psychotherapeutischen und physiotherapeutischen HP auf die jeweiligen Ausübungsfelder begrenzt ist.

Autorin:
Conny Dollbaum
, Heilpraktikerin

Quelle:
Eigene Zusammenstallung

Datum:
07.12.2016